Donnerstag, 7 Dezember, 2017
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Zu hohe Luftfeuchtigkeit – Was tun

Zu hohe Luftfeuchtigkeit – Was tun

Als idealer Luftfeuchtigkeitswert für ein gesundes Raumklima gilt im Mittelwert 50% relative Raumfeuchte. Generell ist es logisch, dass in Badezimmer und Küche durch Dämpfe beim Kochen und Duschen eine tendenziell höhere Luftfeuchtigkeit herrscht und dort auch während dieser Vorgänge geduldet werden kann.

Im Winter liegt der ideale Luftfeuchtigkeitswert per se niedriger als im Sommer, was jedoch leider durch schlechte Isolierung oder Bauweise nicht in allen Wohnungen gegeben ist. Schwankungen zwischen 40% und 60% Raumfeuchte sind aber unbedenklich. Übersteigt die Luftfeuchtigkeit jedoch immer wieder die 60% Marke und lässt sich nur schwer wieder mindern, sollten Sie dringend über Maßnahmen zur Entfeuchtung nachdenken, denn Folge der hohen Werte ist Schimmelbildung. Sobald Schimmel auftritt ist dieser nicht nur ein optisches Problem, sondern führt nicht selten zu gesundheitliche Beeinträchtigung der Atemwege und macht nachweislich krank. Besonders alte Häuser haben häufig mit Schimmel, ausgelöst durch unzureichende Isolierung, zu kämpfen.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit zu erkennen

HygrometerUm die Bewohner auf die Luftfeuchtigkeit und so auf die eventuelle Entstehung von Schimmel aufmerksam zu machen, werden häufig sogenannte Schimmelwächter, fachlich korrekt bezeichnet man sie als Hygrometer,eingesetzt. Mit einem Hygrometer kann der Feuchtigkeitswert in der Luft des Raumes gemessen werden. Hierfür gibt es diverse verschiedene Bauweisen. In jedem Fall wird mit einem Sensor die Wasserzu-und abnahme gemessen. Dieser Sensor leitet die Werte dann in entsprechend unterschiedlich starken elektrischen Signalen weiter, sodass es auf dem Display des Schimmelwächters zu einer Anzeige zur Luftfeuchtigkeit kommt.

Werden bei der Messung die Maximalwerte, in der Regel wie oben beschrieben 60%, überschritten, kommt es zu einem visuellen Signal, dass den Bewohner zum Handeln auffordern soll.

Wie reguliert man zu hohe Luftfeuchtigkeit in einem Raum?

Die einfachste und schnellste Methode um die Luftfeuchtigkeit zu senken ist das korrekte Lüften und Beheizen der Räumlichkeiten. Richtiges Lüften und Heizen kann nachweislich die Entstehung von Schimmel verhindern, sollten keine baulichen Mängel vorliegen die den Schimmel begünstigen und zusätzlich Geld sparen.

Beim Lüften entsteht ein Austausch der trockenen Außenluft mit der feuchten Innenluft des Raumes, sodass die Luftfeuchtigkeit sinkt. Nicht ausreichend kann das Lüften und Heizen jedoch sein, wenn die Luftfeuchtigkeit auch draußen besonders hoch ist und somit zu wenig Austausch stattfindet. Trotzdem ist auch in diesem Fall das Lüften wichtig und sorgt immerhin für ein wenig Regulierung. Besonders gut und konsequent sollten Schlaf- und Badezimmer in einer Wohnung gelüftet werden, denn hier ist die Luftfeuchtigkeit oftmals besonders hoch und Heizung kommt statistisch am wenigsten zum Einsatz.

Am besten fährt man deswegen damit, nach jedem Duschen Stoß zu lüften. Das gleiche gilt für das Schlafzimmer nach dem Schlafen, denn der Mensch verliert jede Nacht durch das Schwitzen viel Wasser, das sich in Feuchtigkeit in der Wohnung niederschlägt.

Elektronische Hilfsmittel zur Luftentfeuchtung

Elektrische Luftentfeuchter finden ihren Einsatz bei dem Trocknungsprozess in Neu- und Altbauten. Bei Bauarbeiten oder nach Wasserschäden senken sie die Luftfeuchtigkeit der Räume zuverlässig, schnell und effizient. Sie können jedoch auch in jeder Wohnung die mit der Luftfeuchtigkeit Probleme hat eingesetzt werden und verhindern bei allgemein hoher Feuchtigkeitsbelastung beispielsweise das Absetzten von Kondenswasser an Fenster und Wänden und die damit einhergehende Schimmelbildung. In historischen Gebäuden, die bei der Wärmeregulierung noch nicht den Standards der heutigen Zeit entsprechen, findet man oftmals eine Kombination aus Luftent- und befeuchter. So kann das Raumklima konstant gehalten werden. Ausstellungsstücke oder wertvolle Gemälde werden somit keinen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt und können länger erhalten werden. Zudem wird auch die Substanz des Gebäudes geschützt, denn Feuchtigkeit in den Wänden ist nicht nur für den Menschen und dessen Gesundheit, sondern auch für die Bausubstanz schädlich.

Luftentfeuchter gegen hohe Luftfeuchtigkeit

Wie funktioniert ein Luftentfeuchter?

Der elektrische Luftentfeuchter funktioniert vergleichbar mit dem Wirkungsprinzip eines Kühlschrankes. Die Feuchtigkeit des Raumes wird mittels eines Ventilators angesaugt. Die Wasser gesättigten Luftmoleküle werden anschließend verdampft. Der Wasserdampf schlägt sich an den kalten oder gekühlten Bauteilen des Entfeuchters nieder. Von dort aus wird es gesammelt und abgeleitet. Die „getrocknete“ Luft gelangt in den Raum zurück, wodurch der Wassergehalt in der Luft sinkt.

Es gibt viele Varianten des Luftentfeuchters, in unterschiedlichen Größen, Wasserfassungsvermögen und Preisklassen. Einige Modelle, die vor allem in Rohbauten eingesetzt werden, sind sehr viel auffälliger als kleine Modelle, die auch in Wohnbereiche und Büroanlagen eingebaut werden können und das optische Gesamtbild nicht schädigen. In jedem Fall sollten Sie bei häufiger zu hoher Luftfeuchtigkeit an die Entfeuchtung des Raumes denken und so langfristigen Schäden des Gebäudes und vor allem Ihrer Gesundheit vorbeugen. Sollte ein Wasserschaden Ursache für die zu hohe Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen sein reicht das Lüften in der Regel nicht aus, um die Feuchtigkeit dauerhaft zu regulieren. In solchen Fällen ist das Entfeuchten mittels eines Raumtrockners sehr zu empfehlen.