Freitag, 19 April, 2019
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Baustoffe für den Heimwerker

Ob beim Hausbau, Renovieren, Sanieren, Modernisieren oder auch bei der Gartenarbeit – ein Handwerker benötigt für seine Arbeiten als Basis unterschiedliche Baustoffe. Man unterscheidet zwischen Massenrohstoffen wie zum Beispiel Kies, Sand, Schotter und Kalk sowie Sekundärrohstoffen. Sekundärrohstoffe werden aus den Massenrohstoffen hergestellt bzw. recycelt. Dazu gehören beispielsweise Zement, Beton, Glas, Kunststoffe und zahlreiche weitere. Die Bauprodukte unterliegen einer internationalen gesetzlichen Nomenklatur – die sogenannte Bauproduktenverordnung. Weiterhin spielt die EU-Chemikalienverordnung (REACH) und das deutsche Chemikaliengesetz eine entscheidende Rolle. Zu den historischen Baustoffen der Menschheitsgeschichte gehören Holz, Lehm, Ziegel, Klinke, Kalk und Naturstein. Heutzutage existiert eine Vielzahl an organischen sowie anorganischen Baustoffen.

Natürliche Bausteine: Sandstein, Kalkstein, Marmor, Granit, Schiefer, Basalt,…
Künstliche Bausteine: Ziegel, Kalksandstein, Blähton, Klinker,…
Bindemittel: Zement, Baukalk, Baugips, Mischbinder, Lehm,…
Gesteinskörnungen: Kies, Sand, Bims, Blähschiefer, Hochofenschlacke,…
Mörtel: Fliesenkleber, Estrichmörtel, Mauermörtel, Putzmörtel,…
Beton: Normalbeton, Stahlbeton, Schwerbeton, Leichtbeton, Faserbeton, Porenbeton,…
Dämmstoffe: Holzwolle, Flachsfasern, Ceralith, Hanffasern, Schafwolle, Kork, Mineralwolle….
Dichtstoffe: Bitumen, Noppenbahn
Holz: Bauholz, Brettschichtholz, Sperrholz, Spanplatten, Multiplexplatten, Holzwolle,…
Glas: Flachglas, Glasbaustein, Pressglas,…
Kunststoffe: Acryl, Silikone, Kautschuk, UF-Harz, MF-Harz, PUR, PVC, PE, PP, PS, PIB,…
Nichteisenmetalle: Aluminium, Blei, Magnesium, Kupfer, Zink, Zinn, …
Stahl und Eisen: Baustahl, Betonstabstahl, Betonstahlmatten, Profilstahl, Gusseisen,…

Baustoffe für den Hoch- und Trockenbau

BAUSTOFFEDer Hochbau umfasst alle Bauwerke, welche oberhalb der Geländelinie liegen. Typische Bauweisen in diesem Bereich sind der Massivbau, die Skelettbauweise, das Fachwerk, der Holzrahmenbau, der Systembau sowie die Schottenbauweise. Die verwendeten Materialien und ihre Eigenschaften sind so verschiedenen, wie die unterschiedlichen Bauweisen. Der Trockenbau hingegen kümmert sich um raumbegrenzende Bauten im Innenbereich – er strukturiert das Gebäude und macht es bewohnbar.

Beton: Beton liefert als Baustoff unbegrenzte sowie einmalige Einsatzmöglichkeiten. Mithilfe von Beton können andere Baustoffe wie zum Beispiel Stahl oder Glas zu einzigartigen Designobjekten kombiniert werden. Beton ist nicht nur vielseitig sowie flexible einsetzbar – er ist auch günstig, besonders robust und wasserundurchlässig. Zusätzlich bietet er einen Schall- sowie Brandschutz und ist gleichzeitig ein ideales Wärmedämmmaterial. Beton wird in der Regel in unterschiedlichen Festigkeitsklassen angeboten. Mithilfe von Betonfertigteilen kann die Bauzeit deutlich verkürzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Betonfertigwände, Betonfertigdecken oder Spannbetondecken und Transportbeton.

Stahl: Stahl wird heutzutage bei vielen Gebäudearten eingesetzt. Typische Baustoffe sind der klassische Baustahl, Betonstahl, Baustahlmatten, U-Eisen, Flacheisen, Winkeleisen, Stahlrohre, Stahlträger und sonstiger Baustahlgewebe. Oftmals wird der Stahl zusätzlich grundiert oder verzinkt.

Dach: Natürlich sollte das Dach in erster Line dicht sein und das Wasser abweisen. Aber auch die Wärmedämmung spielt in diesem Bereich eine entscheidende Rolle. Gängige Dämmmaterialien sind Mineralwolle, Steinwolle und Styropor. Weitere eingesetzte Baustoffe sind Gipskarton, Dachbodenelemente, Riggips, Dampfbremsfolie sowie Dachziegeln aus Beton oder Ton.

Mauerwerk: Um das Mauerwerk zu errichten, gibt es zahlreiche Materialien. Einige dieser Materialien verfügen über wärme- oder schalldämmende Eigenschaften und eigenen sich besonders für das Eigenheim. Man unterscheidet zwischen Mauersteinen für den Außen- und Innenbereich, Mauerziegel, Hochlochziegel, Kalksandstein sowie Steine aus Gasporenbeton. Oftmals wird das Mauerwerk mit Zement-, Kalk-, Gips-, Lehm- oder auch Kalk-Lehmputze verputzt. Zement ist beispielsweise ein frostbeständiges Material, welches kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Es eignet sich daher perfekt für den Einsatz im Außenbereich. Kalkputz hingegen schützt aufgrund seines hohen ph-Wertes vor Schimmelbildung. Auch hier gibt es für jede Anforderung das passende Material.

Fassade: Neben den eleganten Glasfassaden gibt es Holzfassaden, Natursteinfassaden, Metallfassaden aus feuerverzinktem Stahl sowie klassische Putzfassade. Die Fassade kann daher aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Neben Glas, Holz, Stahl, Beton, mineralischem oder pastösem Oberputz, Unterputz, Grundierung, Fassadenfarbe, Mörtel und Dübel werden im Außenbereich auch Fensterbänken verbaut. Hinzu kommt das Dämmmaterial – denn eine effektive Wärmedämmung senkt die Heizkosten deutlich. Ein Vollwärmeschutz mit modernem Dämmsystem aus Dämmstoffen wie zum Beispiel Mineralwolle, Styropor oder Steinwolle ermöglicht hohe Energieeinsparungen.

Tür & Fenster: Ob Zimmertür, Haustür, Stahltür, Glastür, Kunststofftür, Metalltür, Steintür, Schiebetür oder auch Schall- und Brandschutztür – Es gibt eine Vielzahl an Stil- und Designmöglichkeiten, um die Durchgänge in einer Wand wieder zu verschließen. Hinzu kommen die notwendigen Elemente, um die Türe zu installieren. Dazu gehören beispielsweise Scharniere, Türrahmen, Laufschienen und Dichtungen. Auch die Auswahl an Fenstern ist heutzutage beachtlich: Alufenster, Holzfenster, Kunststofffenster sowie spezielle Schallschutzfenster, Sonnenschutzfenster, Sicherheitsfenster und Passivhausfenster sind nur einige der verfügbaren Modelle.

Gipskarton: Der Baustoff ist auch unter dem Namen Rigipsplatten bekannt. Das Ausgangsmaterial Gips wird beidseitig mit Karton versehen und überzeugt durch seine Stabilität und einem hohen Feuerwiderstand. Gipskarton kann als Innenwand, Decke, Dachschrägenverkleidung oder Estrich verwendet werden und ist schnell zu installieren.

Entkopplungsmatten: Sind die ideale Lösung für das Fliesenverlegen. Die Matten kommen dort zum Einsatz, wo der Untergrund nicht direkt mit dem verlegten Boden verbunden ist. Sie sind als ein Puffer zwischen Untergrund sowie Fußbodenbelag zu verstehen und verhindern Verschiebungen, Bewegungen oder Spannungen. Die Entkopplungsmatten können auf Estrich, Spannplatten und Holzböden eingesetzt werden. Die Vliesnoppenfolie eignet sich insbesondere für Böden mit integrierter Fußbodenheizung und kann im Innen- sowie Außenbereich verlegt werden.

Baustoffe für den Tiefbau

TiefbauBei Tiefbau geht es um die Planung und Errichtung von Bauwerken, welche an oder unterhalb der Erdoberfläche liegen. Beispiele für Tiefbauprojekte sind Straßen, Wege, Tunnel, Kanäle sowie die unterirdische Infrastruktur für Gebäude. Aber auch Brücken und alle Belange des Wassertransportes bzw. der Wasseraufbewahrung werden zum Gebiet des Tiefbaus gezählt.

Kellerisolierung: Beim Hausbau ist einer der wichtigsten Faktoren die Kellerisolierung. Sie schützt das Gebäudeinnere vor Wasser, Feuchtigkeit und ist gleichzeitig eine effektive Wärmedämmung. Als Standard bei der Kellerisolierung konnten sich extrudierte/expandierte Polystyrolplatten (Perimeterdämmung) in Kombination mit einer Dickbeschichtung etablieren.

Schüttgüter: Schüttgüter im Tiefbau sorgen für Halt und verdichten das Erdreich. Es wird ebenfalls als Zuschlagstoff für Beton und Mörtel verwendet. Das Baumaterial wird in der Regel nach der Korngröße klassifiziert. Gängige Körnergrößen liegen im Bereich von 0-32 mm – alles, was darüber hinaus geht, wird als Überkorn bezeichnet. Klassische Baustoffe sind Sand, Kies, Kiessand-Gemisch, Schotter und Frostschutzkies.

Schachtbauteile: Schachtbauteile für den Kanalbau werden typischerweise aus Beton oder PVC-U Kunststoff gefertigt. Die Materialien werden zur Entwässerung von Straßen und Gelände eingesetzt – oder um Kabel und Leitungen vor Feuchtigkeit zu schützen. Im Betonbereich sind beispielsweise Betondeckel, Begu-Abdeckungen, Schachtringe, Betonringe, Schachtausgleichringe und Steigeisen erhältlich. Kunststoffschächte übernehmen ebenfalls die wichtige Funktion der Dränung – d.h. die Entwässerung des Bodens in der Nähe von Gebäuden. Die Maßnahme ist bei stark bindenden Böden wie zum Beispiel Lehm, Ton oder Mergel zwingend notwendig. Bei nicht bindenden Böden (Kies, Sand) ist eine Dränung nur am Hang notwendig. Ohne eine Dränung würde Wasser nicht ablaufen können und langfristig zu Schäden am Gebäude führen.

Regenwassernutzung: Um das Regenwasser aufzufangen und für den weiteren Einsatz zu speichern, bedarf es ein ausgeklügeltes Systems. Typische Module für die Wassernutzung sind beispielsweise Versickerungsmodule, Grund-, Regen- sowie Abwassertanks, Trinkwasserspeicher, Kleinkläranlagen oder auch Retentions- und Rückhaltespeicher.

Bei den hier vorgestellten Baustoffen handelt es sich nur um eine kleine Auswahl. Zum Beispiel führt jeder gut sortierte Fachhandel auch Baustoffe für den Garten- und Landschaftsbau. Dazu gehören Mutterboden, Pflastersteine, Betonplatten, Klinker, Ziersplitt, Holzhackschnitzel, Drainmatten und Natursteine wie zum Beispiel Basalt, Granit, Sandstein oder Porphyr. Das aktuelle Angebot an Baustoffen und Natursteinen ist beeindruckend vielfältig. Die einzelnen Materialien unterscheiden sich in Farbe, Gewicht, Einsatzgebiet, Größe, Preis und haben diverse Vor- sowie Nachteile. Aus diesem Grund ist eine ausgiebige Planungsphase bei jedem Bauprojekt entscheidend. Fehlt das notwendige Wissen, um den passenden Baustoff auszuwählen, so sollte man sich unbedingt im Fachhandel ausgiebig beraten lassen.

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