Montag, 15 August, 2022
Immer weniger Lehrlinge im Handwerk

Fachkräftemangel im Handwerk

Das Ausbildungsjahr 2014 ist bereits im vollen Gange und bereits jetzt lässt sich als Resümee ziehen, dass die Handwerks Berufe nach wie vor nicht unbedingt zur ersten Wahl vieler Schulabsolventen stehen. Während KVZ Mechatroniker immerhin noch in der Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe einen Platz findet, ist dort von sonstigen handwerklichen Tätigkeiten nichts zu finden. Erst auf Platz 16 der Rangliste findet sich der Elektroniker wieder, nach ihm kommen mit dem Anlagenmechaniker, Lagerlogisten, Maler, Tischler sowie Metallbauer einige handwerkliche Berufe, die jedoch ganz andere Zahlen ans Ausbildungsanfängern haben als Ihre Konkurrenten in der Top 10. Und das, obwohl viele Unternehmer im Handwerk händeringend nach motivierten Fachkräften Ausschau halten und viele handwerklichen Ausbildungsplätze – im Jahr 2013 ganze 15.000 – unbesetzt bleiben. Wer eine Ausbildung oder einen Job im Handwerk finden möchte, der muss nur die Augen offen halten, denn in vielen Kampagnen werden Lehrlinge gesucht, um so den wachsenden Fachkräftemangel im Handwerk irgendwie entgegen zu steuern. Eine Plattform ist beispielsweise diese hier.

Arbeitszeiten

Ein Grund warum viele Lehrstellen keinen passenden Azubi finden, sind sicher die Arbeitszeiten, die beispielsweise einen Bäckergesellen erwarten. Da Bäcker morgens um 5 bereits in der Backstube stehen und am besten schon erste Erzeugnisse gefertigt haben müssen, sind hier die Zahlen an Auszubildenden auffallend niedrig. Auch bei Köchen sind sicherlich die langen Arbeitszeiten und die Arbeit am Wochenende für viele Jugendliche abschreckend.

Der schlechte Ruf des Handwerks

Handwerkliche Arbeit kann Spaß machenGenerell ist jedoch das Problem, dass das Handwerk in den letzten Jahren – völlig zu Unrecht – einen schlechten Ruf erhalten hat. Früher war klar: Wer seinen Schulabschluss, egal ob Hauptschulabschluss oder mittlere Reife in der Tasche hat, der macht eine Lehre. Mittlerweile geht der Trend jedoch dazu, nach dem mittleren Schulabschluss am besten noch das Abitur anzuhängen und danach bestenfalls zu studieren. Natürlich ist Bildung wichtig und nicht zu vernachlässigen. Jedoch schließt das Abitur, ein hervorragender Schulabschluss oder eine gute Auffassungsgabe nicht aus, dass der richtige Beruf für den oder die Jugendlichen im Handwerk liegen könnte. Gerade hier liegt hingegen der Schlüssel zum Erfolg. Wer erfolgreich in einem Handwerksberuf sein könnte, der muss sicher nicht Shakespeare zitieren können, sondern ansonsten eine umfassende Bildung mitbringen. Insbesondere handwerkliche Berufe wie Elektriker, Metallbauer oder Tischler verlangen ein gutes mathematisches und technisches Grundverständnis. Ist dieses nicht vorhanden, sind die Auszubildenden in der Regel nicht für den Beruf geeignet und die Lehrstellen bleiben unbesetzt.

Fachkräfte verdienen überdurchschnittlich

Auch wer anhand von Gehaltstabellen einen Beruf im Handwerk für sich ausschließt hat Unrecht, denn gerade auch dort kann man als Fachkraft gutes Geld verdienen. Ein Meister verdient beispielsweise nicht schlechter, als ein Bachelorabsolvent. Zudem spricht die Statistik für die Berufssparte: Im Vergleich zu Studienabsolventen sind Meister und Fachkräfte seltener arbeitlos. Auch Auslandsaufenthalte sind mittlerweile keine Seltenheit in einem Handwerksbetrieb, sodass auch gute Fremdsprachenkenntnisse oft gefragt sind. Ein Job im Handwerk ist somit keinesfalls nur die zweite Wahl und stupide oder gar langweilig. Für jeden Geschmack und jedes persönliche Geschick gibt es den passenden handwerklichen Ausbildungsberuf, bei dem die Kreativität wie in so manchem verkopften Studium sicherlich nicht auf der Strecke bleibt.

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