Sonntag, 9 August, 2020

Gardinen: Dekoration, Sonnen- und Blickschutz in einem

Die Fensterdekoration ist ein Allroundtalent: Sie verschönert nicht nur das Fenster im Zuhause und beeinflusst das Raumgefühl sowie die Raumwirkung, sondern hält – wie das Plissee – gleichzeitig unerwünschte Blicke, Lichteinfall, Zugluft, Staub als auch Lärm ab. Moderne Textilstoffe schützen sogar effektiv gegen Hitze oder wirken wärmeisolierend. Die Fensterdekoration wird von innen am Fenster angebracht und ist in den unterschiedlichsten Farben oder Mustern erhältlich. Sie ist ebenfalls unter den Namen Gardine oder Vorhang bekannt. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Bezeichnungen. Die Gardine besteht in der Regel aus einem leichten, oftmals durchsichtigen Material und reicht bis zur Fensterbank. Der Vorhang wird eher aus einem schweren sowie blickdichten Stoff gefertigt und reicht häufig bis zum Boden.

Der Ursprung der Fensterdekoration ist in der Antike zu finden. Bereits die Ägypter schützten ihre Behausungen mithilfe von einfachem Gewebe vor intensiver Sonneneinstrahlung. In Griechenland und Rom hingegen stand vor allem der dekorative Zweck im Vordergrund: Die Stoffe wurden mit einfachen Mustern, geometrischen Formen, Blumenmotive und Ornamenten sowie Schabracken versehen. Seit dieser Zeit haben sich das Bild und die Funktionsweise der Fensterdekoration stetig gewandelt und unzählige Trends hervorgebracht.

Farben und Materialien

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Fensterdekorationen. Sie unterscheiden sich im Stil, in der Form, den Farben sowie Materialien. Von Jahr zu Jahr gibt es neue Dekorationstrends bzw. Vorlieben der Bewohner und dementsprechend auch ständig neue Gardinenmodelle. Von ein- über mehrfarbigen bis hin zu gemusterten Gardinen ist alles dabei. Die aktuellen Trendfarben für den Frühling 2016 sind beispielsweise Rose, Hellblau und vor allem Grün- und Gelbtöne. Kalte Farben (blau, violett, blaugrün) erzeugen eine anregende, frische Raumwirkung. Warme Farben (olivgrün, ockergelb, rot) hingegen erzielen eine einladende, intime Atmosphäre. Neutrale Farbe (weiß, schwarz, beige, braun, creme) generieren einen Ruhepunkt für die Augen und sind daher ideal für die Kombination mit kalten oder warmen Farbtönen, da deren Wirkung abgemildert wird. Typische Gardinenstoffe sind Voile, Batist, Chintz, Ajour, Tüll, Ausbrenner, Gaze, Musselin, Marquisette, Organza, Baumwolle, Damast, Samt, Satin, Seide, Spitze, Broché, Brokat, Chenille, Chiffon, Crash und zahlreiche weitere. Gardinen werden oftmals als Fertigware mit Standardmaß (häufig verwendete Fenstermaße) gefertigt und im Einzelhandel, Supermarkt, Selbstbedienungshandel, Einrichtungshaus oder Onlineshop angeboten. Sie sind eine praktische sowie günstigste Lösung für die Fensterdekoration. Die Verbraucher setzen jedoch vermehrt auf individuell angefertigte Vorhänge. Bei der Planung und Ausführung helfen Schneiderein, Raumausstatter und Innendekorateure.

Aufbau der klassischen Fensterdekoration

Die Fensterdekoration kann aus mehreren Lagen bestehen. Der zentrale Bestandteil ist der halbtransparente Store – für gewöhnlich in der Farbe weiß. Der klassische Store kann auf- und zugezogen werden. Im geschlossenen Zustand lässt er das Tageslicht zwar einfallen, generiert jedoch gleichzeitig eine zuverlässige Sichtbarriere für neugierige Blicke. Man unterscheidet bei den angebotenen Modellen zwischen dem bodenlangen Langstore sowie den Halbstores, die es in diversen Maßen gibt. Ein weiterer Bestandteil der Gardine sind die sogenannten Dekoschals – auch unter dem Begriff Übergardine bekannt. Im Gegensatz zu dem häufig transparenten Store wird der Dekoschal aus blickdichten, einfarbigen oder gemusterten Stoffen hergestellt. Der Stoff wird in der Regel in einer zweiten Laufschiene angebracht und kann über der eigentlichen Gardine zugezogen werden. Im offenen Zustand findet der Dekoschal links sowie rechts im Fenster Platz und bildet so einen natürlichen Rahmen. Im Bodensaum ist oft ein Bleiband eingesetzt. Dieses Gewicht lässt die senkrechten Falten besser fallen und strafft den Stoff. In einigen Dekoschalmodellen wird zusätzlich Watte oder ein Unter- und Verdunklungsstoff integriert. Diese Materialien helfen dabei ein fülliges Fensterbild zu erzeugen, oder um eine optimale Abdunklung zu erreichen.

Fensterdekoration Befestigungsarten

Auch bei der Befestigungsart der Gardine haben sich diverse Möglichkeiten etablieren können. Der Klassiker ist die Gardinenstange aus Holz, Kunststoff oder Metall. Sie kann 1- oder 2-läufig aufgebaut sein und wird oberhalb des Fensters montiert. Die Gardine kann über Ringe mit Faltenhaken, Schlaufen, Ösen oder einem Falten- bzw. Kräuselband an der Stange befestigt werden. Eine weitere bewährte Befestigungsart sind Gardinenschienen. Sie werden aus Metall oder Kunststoff gefertigt und können ebenfalls über mehrere Läufe verfügen. Die Gardine kann an der Schiene über Faltengleiter, Switchgleiter oder Schlaufengleiter befestigt werden. Die sogenannten Innenlaufsysteme kombinieren die klassische Gardinenstange mit der Gardinenschiene. Die Fensterdekoration wird dabei über Faltengleiter in ein oder mehrere Läufe angebracht. Vor einigen Jahren konnten sich auch die leicht zu montierenden Seilspanngarnituren am Markt etablieren. Sie werden – wie die Gardinenstange – über Halterungen direkt an der Wand oder Decke befestigt. Zwischen den Halterungen wird ein Niro-Stahlseil gespannt. Die Fensterdekoration wird bei diesem System über Seilhaken oder Seilklammern befestigt. Möchte man die Gardinen ganz ohne Wandbohrungen befestigen, so sind Scheibenstangen die ideale Wahl. Sie sind besonders für kurze Vorhänge geeignet und werden direkt in den Fensterrahmen geklebt, geklemmt oder geschraubt.

Richtige Pflege der Gardine

Die Fensterdekoration sollte regelmäßig gewaschen werden – je nach Verschmutzungsgrad drei bis vier Mal pro Jahr. Um Verfärbungen oder das Einlaufen des Stoffes zu verhindern, sollten die Wasch- und Pflegehinweise auf jeden Fall beachten werden. Sie sind je nach Material unterschiedlich. Dennoch gibt es einige Tipps, die für alle Gardinenstoffe gelten.

– Schütteln Sie den Stoff vor der Reinigung gründlich aus.
– Entfernen Sie Metallteile, die rosten wie zum Beispiel Gardinenringe, Nadeln….
– Die Gardine nimmt viel Platz in der Waschmaschine ein. Befüllen Sie die Maschine niemals komplett.
– Um die Gardine während des Waschgangs zusätzlich zu schützen, kann Sie in einen speziellen Waschbeutel oder alternativ in einem Kissenbezug gewaschen werden.
– Für strahlend weiße Gardinen geben Sie ein Päckchen Backpulver zum Waschpulver hinzu.
– Bei starken Verschmutzungen: Legen Sie weiße Gardinen über Nacht in lauwarmes Salzwasser ein und waschen Sie sie anschließend.
– Waschen Sie die Gardinen im Schonprogramm (Wolle) und verzichten Sie auf den Schleudergang – das verhindert Knitterfalten.
– Waschen Sie empfindliche Stoffe immer von Hand oder geben Sie sie in die Reinigung.
– Hängen Sie die Gardine noch im feuchten Zustand wieder auf. Die Feuchtigkeit zieht die Gardine nach unten und somit glatt. Dieser Trick erspart Ihnen das Bügeln.

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